Im Kontext der Datenproduktion und Abspeicherung der Daten existiert ein schwerwiegendes Problem für alle eGK-Verweigerer.

Selbst ohne eGK entstehen personenbezogene Daten laufend weiter in den Primärsystemen, also z.B. in Krankenversicherungen, Krankenhäusern und Apotheken. Diese Systeme heißen KIS (Krankenhausinformationssystem) oder für Apotheker AVS (Apotheker-Verwaltungssysteme). Egal ob nun mit eGK oder Ersatzbescheinung entstehen weiter personenbezogene Daten in den IT-Infrastrukturen, die mit unserer Versichertennummer verknüpft sind. Diese Primärsysteme werden Schritt für Schritt mit der telematischen Infrastruktur verbunden und damit auch mit den Datenspeichern der Rechenzentren der Gematik. Die Pflichtdaten, bzw. Sozialdaten auf der elektronischen Gesundheitskarte, die ja zwingend gegeben und von der informationellen Selbstbestimmung ausgeschlossen sind erfordern einen Speicherort und Datensatz in einer Datenbank der gematischen Rechenzentren. Ein Anschluss an das gematische System wäre andernfalls nicht möglich.

Meine Befürchtung ist, der Anschluss der Primärsysteme an die Gematik führt dann automatisch zu einer Befüllung ihrer Datensätze im gematischen System über die Versichertennummer und andere Merkmale.

In Bezug auf die beschriebenen Roll-Out Phasen der eGK ist im Moment nicht ganz klar, bzw. es ist wenig darüber bekannt, wann der personenbezogene Datensatz und Speicherplatz im gematischen System angelegt wird. Technisch und organisatorisch bedingt muss dies rechtzeitig passieren.

Damit wird sehr geschickt das gematische System eingeführt, ohne dass die eGK zwingend erforderlich ist.

Sicherlich ist ein Teil der produzierten Daten, also sagen wir der 10 Datensätze, die im § 291 aufgeführt werden weitgehend  von der Benutzung der Karte abhängig. Klar ist aber das Schritt für Schritt Datenkopien aller möglichen Arten von Daten aus den Primärsystemen in das gematische System wandern. Hinzu kommt dass der Aufruf der Zugangsportale zu diesem System zunächst parallel zur Datenhaltung in der eigenen IT-Infrastruktur erfolgt um dann mit hoher Wahrscheinlichkeit nur noch in den Mastersystemen der Gematik stattzufinden, weil hier alle Informationen und Services bereitgestellt werden. Das Konzept der Gematik beeinhaltet in allen Aspekten die Auflösung der Primärsysteme zugunsten eines Mastersystems!

Ich untersuche dass derzeit genauer, empfehle aber schon jetzt dazu überzugehen nicht nur die eGK abzulehnen, sondern in deutlicher Form der Speicherung personenbezogener Daten in der telematischen Infrastruktur zu wiedersprechen!

 Neue Positionen für den Widerstand gegen die elektronische Gesundheitskarte (eGK) und telematische Infrastruktur (TI) auf Basis technischer Analysen und neuerer Meldungen zur eGK/TI

2002063

Gesamtarchitektur EGK und TI: Telematische Infrastruktur (TI-System), Komponenten und Rechenzentren

Rolf D. Lenkewitz

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