Fertigstellung meiner technisch orientierten Klage | Identifikation in Perfektion für das Rückgrat des eGK/TI-Systems

Meine technisch orientierte Klage ist fertiggestellt! Nach 9 Monaten Arbeit wird die Klageschrift beim Sozialgericht Augsburg eingereicht. Die Klageschrift umfasst 140 DINA4 Seiten, die beigefügten Quellennachweise ca. 2500 DINA Seiten. Die Einreichung ist für mich ein symbolischer Akt, denn für mich spielt Erfolg oder Niederlage vor Gericht eine nachrangige Rolle. Entscheidend ist, dass meine Ausarbeitungen eine wichtige inhaltliche Ausgangsposition bilden, auf der die Gegner der eGK und Telematik-Infrastruktur aufbauen können.

Die Arbeit der letzten Jahre kann in Phasen gegliedert werden, ging es zunächst darum eine Übersicht über das größte informationelle Systemprojekt der Welt zu erlangen, folgten Aufdeckungen zu den Technologien, Konzepten, Schwachstellen und Gefährdungen. Der Einsatz von XML, Metadaten, Sekundärdaten, Markern, Kennungen und speziellen Nummernfolgen, wie den OIDs, rückten in den letzten 1 1/2 Jahren in den Focus!

Wenn man mich jetzt jemand fragen würde, wo stehe ich inhaltlich mit der Klageschrift, welche Fortschritte konnten in jüngster Zeit erzielt werden, dann würde ich antworten, es geht nun immer mehr um das Modell der Datenbanken und das Datenbanksystem der elektronischen Gesundheitskarte und Telematik-Infrastruktur und damit um das Rückgrat des informationellen Systems.

Die Stärken und Gefahren des eGK/TI-Systems liegen gleichermaßen in den eigenen Datenbanken und im weltweiten Datenspeicher. Denn beide Speichersysteme können miteinander über die gebildeten Metadaten und anonymisierten Sekundärdaten in Beziehung gesetzt werden.  Die Dimension der Datenspeicher sind mit dem NSA-Skandal und den Enthüllungen von Edward Snowden ins Licht der Öffentlichkeit gerückt worden.

In Bezug auf die Datenbanken des eGK/TI-Systems kann für IT-Laien ein  Vergleich zu Google und der NSA gezogen werden, die die größten Datenbanken der Welt betreiben. Die Nutzung von XML, der globalen Austauschsprache und die eingesetzten Grundlagen und Technologien der Datenverarbeitung im eGK/TI-System basieren auf gleichen oder ähnlichen Prinzipien, wie sie von Google eingesetzt wird.  Bei der Suchmaschinen Google wird auch nicht jede Information auf den eigenen Servern und Datenspeichern abgelegt, sondern Referenzinformationen und Verweise (Links), über die die Information im Internet gesucht und aufgefunden werden kann. Die Verweise werden mit Metadaten ergänzt. Die gleiche Methode wird bei der eGK eingesetzt, die die bestehenden Datenspeicher der Primärsysteme, also der Leistungserbringer, zu denen alle Einrichtungen des deutschen Gesundheitssystems gehören, mit eigenen Datenspeichern vernetzt und verlinkt. Die nachweisbar im eGK/TI-System eingesetzten OID's können auch als Selektoren eingesetzt werden um die gesamte Datenmenge nach bestimmten Kriterien zu durchsuchen. Machen Sie den Test geben Sie die folgenden OIDs bei Google ein:

Werden mit Hilfe des größten IT-Projektes der Welt, der elektronischen Gesundheitskarte und telematischen Infrastruktur die Medizin- und Gesundheitsdaten aller Bürger und Einrichtungen in gleicher Form verarbeitet, entsteht ein Macht- und Mißbrauchsmonopol für die sensibelsten und schützenswertesten Daten überhaupt.

Es entsteht eine unvorstellbar große Datenbank, die alle Datenspeicher des Gesundheitswesens in Deutschland vernetzt und mit neuen Datenspeichern im großen Umfang ergänzt!

Unabhängig von Verschlüsselung und Anonymisierung von Daten und Prozessen, wird mit der eGK und TI, die Datenmenge, die bisher dezentral organisiert ist, damit als kritische Verwertungsmasse verfügbar.

Eine weitere sehr wichtige Erkenntnis, die sich sich aus der  Aufklärung dieser Sachverhalte ergibt, ist eine von der eGK-Nutzung grundlegend unabhängige Datenproduktion. Die Systemkonstruktion setzt nicht in jeder Hinsicht die Nutzung der eGK voraus. Der Dreh- und Angelpunkt der Datenproduktion in das Datenbanksystem ist die 30-stellige Krankenversichertennummer, die eGK rangiert an 2. Stelle.

Unzureichend bekannt ist, dass der Anpassungsprozess der Primärsysteme, also der Leistungserbringer, Möglichkeiten bietet, alle persönliche Daten in der telematischen Infrastruktur zu erfassen, die nicht über eine Nutzung der elektronischen Gesundheitskarte ausgelöst, generiert werden. Somit müssen von jetzt an alle existierenden Schnittstellen des Gesundheitssystem für die Erfassung personenbeziehbarer Daten zunächst konsequent abgelehnt werden, weil die uns betreffenden Daten in ein weltweit lesbares Austauschformat umgewandelt werden und im global angelegten Datenverarbeitungs- und Speichersystem landen.

Sollte sich das eGK/TI-System in dieser Hinsicht vollständig durchsetzen, dann wird niemand mehr in der Lage sein diese Form der Datenproduktion zu kontrollieren und zu sichern.

Dies ist die allergrößte vorstellbare Gefahr, die von dem eGK/TI-System ausgeht, die automatische Abkopplung der Datenproduktion über dass allgemeingültige Datenbank- und Funktionsmodell, des neuartigen informationellen Systems, in ein global vernetztes und verlinktes Speichersystem! Die Macht und Kontrollmöglichkeiten, die damit verbunden sind, darf keiner Institution überlassen werden.

Mit Hilfe neuester IT-Methoden und Technologien wurde ein hochgradig perfektioniertes Austauschsystem geschaffen, welches die angebliche eingeräumte informationelle Selbstbestimmung, die Oberhoheit über einen Teil der personenenbezogenen Daten  und die Wirksamkeit der geplanten Sicherheitsmaßnahmen, wie z.B. der Verschlüsselung, Anonymisierung und Pseudonymisierung von Daten, vollständig wieder mit Hilfe der Technik aufhebt und in aller Konsequenz aufheben kann.

Die offen einsehbare Philosophie der Projektentwickler und Unterstützer des eGK/TI-Systems besteht in einer als selbstverständlich betrachteten  Vernetzung und Öffnung aller Systeme des deutschen Gesundheitswesens, nicht nur aller beteiligten Institutionen und Einrichtungen, sondern auch aller beteiligten Personen, wie den Versicherten und Ärzten.  Genau wie die eGK, die kleine Chipkarte eine Komponente des Gesamtsystems ist, soll mit Hilfe von weiteren Geräten und Subsystemen die eigenen EDV-Systeme abgelöst werden. Das erklärte Ziel des eGK/TI-Systems ist es, z.B. mit Hilfe des Konnektors, eines Einwahlgerätes ins Internet und angepasster Software, die unmittelbare und freiheitliche Datenproduktion der  Ärzte und Versicherten aufzuheben und zu treuen Vasallen des informationellen Systems werden zu lassen!

Ich zähle heute  die Aussage, dass das eGK/TI-System lediglich dezentral aufgebaut ist und Daten durchleitet, zu den größten Verschleierungen, die mit Hilfe komplexer Technologien je erfolgt ist. In der Dokumentation “Gesamtarchitektur” wird hierzu der Begriff “vermittelnde Services” eingesetzt.

 

12.7.2105 rdlenkewitz

 Neue Positionen für den Widerstand gegen die elektronische Gesundheitskarte (eGK) und telematische Infrastruktur (TI) auf Basis technischer Analysen und neuerer Meldungen zur eGK/TI

2002063

Gesamtarchitektur EGK und TI: Telematische Infrastruktur (TI-System), Komponenten und Rechenzentren

Rolf D. Lenkewitz

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