Update 06.10.2015
Steilvorlage für den Widerstand gegen die elektronische Gesundheitskarte und Telematik-Infrastruktur, dass EuHG-Urteil zum Safe-Harbor Abkommen

Das Safe-Harbor-Abkommen zwischen der USA und der EU legte amerikanische Rechenzentren als sicheren Aufbewahrungsort für europäische Daten fest. Das aktuelle Urteil des höchsten europäischen Gerichts hat dieses Abkommen nun gekippt und klargestellt, dass die Daten europäischer Nutzer auf den Facebook-Servern in den USA nicht sicher genug sind. Als Begründungen wurde der Zugriff amerikanischer Ermittler und der Geheimdienste genannt, die sich an den europäischen Grundsätzen des Datenschutzes nicht orientieren müssen und durch Edward Snowden aufgedeckt worden sind. Dieses Urteil schafft für die elektronische Gesundheitskarte und Telematik-Infrastruktur (eGK/TI-System) eine brisante Situation und erfordert zweifelslos, neben vielen anderen Kriterien und neuen Erkenntnissen, den sofortigen Stopp des eGK/TI-Systems. In meinen Untersuchungen über das informationelle System sind Details der Konstruktion deutlich geworden, die die konsequente Ausrichtung der Datenverarbeitung der Gesundheits- und Medizindaten nach internationalen Standards beschreiben. Das eGK/TI-System nutzt diese Standards und vorgegebenen Komponenten in Form des globalen Datenaustauschsformat XML und des dazugehörigen Regelwerks XSD. Das sogenannte SOA-System (Service-Orientierte-Architektur) nutzt Webservices und globale Verzeichnisdienste (UDDI) für Sekundär- und Metadaten, die über das Internet transportiert werden. Dabei werden die Regeln der Datenverarbeitung gegen Normierungsstellen abgeglichen, die in den USA beheimatet sind. Dazu gehört die Object-Management-Group OMG und das Regenstrief Institut in Indianapolis. Details hierzu siehe

http://www.ocmts.de/egk/html/hl7mil2.pdf
http://www.ocmts.de/egk/html/5Textbaustein.pdf
http://www.omg.org
https://www.regenstrief.org/aboutus/


Der Umfang des automatisierten Datentransfers von Sekundär- und Metadaten des eGK/TI-Systems, im europäischen und globalen Maßstab, deckt sich mit den eigentlichen Zielen des neuen vernetzten Gesundheitssystems. Das Ziel ist die gewinnbringende Verwertung der Gesundheits- und Medizindaten, die alleine für Deutschland auf 90 Milliarden Euro geschätzt werden.
Unabhängig von dem Grad und dem Umfang der geplanten Verschlüsselung von Daten der Versicherten erfordern die vorliegenden Erkenntnisse eine sofortige Untersuchung und Neubewertung. Auch der bisher vom Bundestag ungeklärte NSA-Skandal und die Rolle der Selektoren sind entscheidend dafür (siehe mein Artikel "Selektoren" )
Die neuen Erkenntnisse berücksichtigen Aspekte der Aufdeckungen durch Edward Snowden, die Produktion von Metadaten und die Nutzung von SOA (ServiceOrientierte-Architektur) für die elektronischen Gesundheitskarte und Telematikinfrastruktur.
Siehe

http://www.ocmts.de/egk/xmlcontainer/alsArtikel.pdf

In einfachen Worten erklärt: Der Grad und die Perfektion des Zugriffs auf unsere IT-Infrastruktur und Datenkommunikation erfordert einen sofortigen Stopp des eGK/TI-Systems. Die Steilvorlage für die eGK/TI-Gegner liegen in der offensichtlichen Nutzung von Technologien und Konzepten, die auch im eGK/TI-System eingesetzt werden und nun durch das EHG-Urteil gekippt worden sind.

In unserer schnelllebigen Zeit kommen die die darüber schreiben und die die es lesen kaum mehr hinterher. Ein weiteres K.O. Kriterium für das eGK/TI-System ist das sogenannte fashioncleft Protokoll. Diese Technologie ermöglicht es den USA sich, ohne dass wir es registrieren können, in unserer IT-Infrastruktur zu bewegen und Daten abzugreifen. https://edwardsnowden.com/de/2015/01/18/the-fashioncleft-protocol/

UND nicht zu vergessen, das neue Gesundheitssysteme inkl. elektronischer Gesundheitskarte benötigt nach der Kosten-Nutzen-Analyse von Booz, Alan u. Hamilton 8 große Rechenzentren für den Betrieb. Einer der Firmen, die den Zuschlag dafür bekommen haben, ist Arvato/Bertelsmann, die eines der größten Rechenzentren in Deutschland betreiben. In welchem Umfang heute die Datenspeicher dieser Rechenzentren in der Cloud liegen, darüber kann nur spekuliert werden. Virtualisierung und Hochverfügbarkeit sind die Ziele, ermöglicht durch die Auslagerung der Daten auf Server überall auf der Welt.

 Neue Positionen für den Widerstand gegen die elektronische Gesundheitskarte (eGK) und telematische Infrastruktur (TI) auf Basis technischer Analysen und neuerer Meldungen zur eGK/TI

2002063

Gesamtarchitektur EGK und TI: Telematische Infrastruktur (TI-System), Komponenten und Rechenzentren

Rolf D. Lenkewitz

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