Schöne Neue Welt - SCIPHOX - ATKIN -eGK und telematische Infrastruktur

Die Aufdeckung der Integration und Funktionsweisen von XML im eGK/TI-System basiert auf einer Suche, die den kompletten Bereich der Entwicklung der Health-Systeme in Deutschland umfasst. Die aktuellen Fragen, die mich interessieren sind welche Bedingungen auf Seiten der geplanten Rechenzentren, der dort liegenden xml-orientierten Datenbanken und der XML-Produktion des eGK/TI-Systems vorliegen müssen, damit die XML-Daten und Metadaten der Versicherten erzeugt werden können.

Es mag einige Insider dieser komplexen Wissensbereiche geben die hier einen vollständigen Durchblick haben, für die Widerstandsgruppen dagegen, die das eGK/TI-System strikt ablehnen, sind die technischen Hürden für eine ganzheitliche Sichtweise der systemischen Sachverhalte nahezu unüberwindbar.

Mit den nachfolgenden Hinweisen runde ich meine Darstellung weiter ab welche Rolle XML und Metadaten im eGK/TI-System spielen. Die Situation ist nicht dadurch geprägt dass dem Widerstand die Erkenntnisse fehlen, sie ist dadurch geprägt die Informationsfülle nicht interpretieren zu können und in eine juristisch verwertbare Form zu bringen.

Die nachfolgenden kurzen Ausführungen zeigen erneut in welchem Umfang technische und konzeptionelle Entwicklungen seit Jahrzehnten im Bereich der Datenverarbeitung sich entwickeln, ohne dass der Datenschutz und die soziale und philosophische Dimensions des Geschehens einer breiten Öffentlichkeit zugänglich wäre.

Ausgangsbasis meiner speziellen Suche im Internet war die folgende Google-Anfrage:

xml-datenbanken gematik

Einige Ergebnisse in den Links und Dokumenten zeigen Zusammenhänge, die man als versteckte oder seltene Informationen bezeichnen kann.

http://wiki.hl7.de/index.php/IF_2014-03-10

Dieser Link erbrachte einen Hinweis auf ein allgemein bekanntes technisches Problem was mit der Produktion von XML-Dokumenten zusammenhängt und einen Hinweis auf das ATKIN-Projekt:

Wir lesen dort im Abschnitt AKTIN-Projekt:

...und angemerkt das funktionale XML-Datenbanken existieren und man dessen Verwendung in Erwägung gezogen werden muss. Als ungeschickte Variante wird eine Umwandlung in eine relationale Datenbank angesehen, als geschickter wird an dieser Stelle eine „direkte" Abfrage im XML-Format auf die bereits bestehenden XML-Daten angesehen. Eine weitere Rücksprache (mittels Email) bezüglich des weiteren Vorgehens wird vorgeschlagen.

Dies ist genau einer der zentralen Fragen auf die ich auch beim eGK/TI-System hinweise:

Die Anforderungen wie XML-Dokumente auf der Seite der Datenbanken am Besten produziert werden?

Letzlich steht hinter der Beantwortung dieser Frage ein riesiges Problem des Datenschutzes und der informationellen Selbstbestimmung. Da technisch gesehen XML-Dokumente nur dadurch erzeugt werden können in dem die Element- und Meta- Informationen bekannt sind, entsteht auf der Seite der Rechenzentren eine Datenbasis, die sehr mächtig ist und genauer untersucht werden muss.

Weiter interessierte mich das ATKIN-Projekt. auch hier findet sich ein offensichtlicher inhaltlicher Zusammenhang in der Entwicklung der Healthsysteme, der eine verblüffender Ähnlichkeit zu den beschriebenen Zielsetzungen des eGK/TI-Systems aufweist.

In der Projektbeschreibung

http://www.aktin.org/projektbeschreibung.html

wird für die Zielsetzung des Aufbau's eines nationales Notaufnahmeregisters mit internationale Ausrichtung folgendes als Frage und Antwort formuliert:

Und diese Data-Warehouses lassen sich dann zentral abfragen?

Die Datenhaltung wird dezentral sein, während die Abfrage zentral über das Register erfolgt. Die Daten bleiben nach diesem Konzept in den einzelnen Kliniken. Erfolgt eine Anfrage für eine wissenschaftliche Fragestellung über das nationale Notaufnahmeregister, so werden unter Wahrung des Datenschutzes nur die erforderlichen Daten zusammengeführt. Es wird ein von den beteiligten Kliniken eingesetztes Steuerungskomitee geben, das entscheidet, wann eine solche Abfrage zu unterstützen ist und wann nicht. Die Entscheidungskriterien hierfür legen die Kliniken selbst fest. Zusätzlich wird es ein Ethikvotum geben. Nur wenn beide Gremien zustimmen, darf die Abfrage durchgeführt werden. Eine zentrale Stelle wird dann die Abfrage formulieren, bevor sie an die Krankenhäuser geschickt wird. Auch die Datenlieferung wird nicht direkt erfolgen. Sie geht über eine Vertrauensstelle, eine Art Informationbroker, wo die Daten erst einmal gesammelt und gepoolt werden können, um ihre Herkunft zu verschleiern.


(Quelle: Otto-von-Guericke Universität Magdeburg Medizinische Fakultät, Dr. Dominik Brammen, Leipziger Str. 44, 39120 Magdeburg)

Wir finden also auch hier die Bausteine der Entwicklung eines informationellen Austauschssystems mit Hilfe des universalen Austauschsformats XML, die eine dezentrale Verlinkung von Daten ermöglichen, nachdem Sie in einem Pool gelandet sind über den
die personen-beziehbaren Daten entfernt wurden, hier treffenderweise bezeichnet als -um ihre Herkunft zu verschleiern-

Diese Sätze sind weitaus deutlicher formuliert als im Kontext des eGK/TI-Systems:

Erstens wird zugegeben dass es sich um ein Data Warehouse handelt und zweitens wird deutlich beschrieben, was vielen schwer fällt zu verstehen:

die dezentrale Datenhaltung und ihre anschließende Zusammenführung in Form von Abfragen über Informationsbroker.

Sie erinnern sich der Informationsbroker ist ein zentraler Begriff des eGK/TI-Systems (siehe meine interaktive Grafik: http://www.ocmts.de/egk/html/2___oneview.html )

Im Falle des Atkin-Projektes ist positiv festzuhalten, dass in dem beschriebenen Umsetzungskonzept eine aktive Kontrollinstanz vorgesehen ist, ein Ethikvotum, was in dieser Form nicht ansatzweise im viel größeren eGK/TI-System auftaucht.

Ein weiteres Ergebnis der Google-Recherche führte zum SCIPHOX-Projekt, übersetzt -Standardisation of Communication between Information Systems in Physician Offices and Hospitals using XML-. Ein Projekt bei dem es um die Vernetzung von Ärzten. Apothekern und Krankenhäusern mit HIlfe von XML und Metadaten geht. In diesem Projekt spielt der HL7-Standard eine Rolle. In dem Dokument WD-sciphox-v15.pdf lesen wir:

Im Rahmen der Projektgruppe Harmonisierung der Datenkommunikation BDT und HL7 mittels XML sollten die Möglichkeiten zum Austausch von Nachrichten bzw. elektronischen Dokumenten im Gesundheitswesen untersucht werden. Im Vordergrund stand dabei die Nutzung der Extensible Markup Language XML als Transfersyntax bzw. Dokumenten- Notation und die mit XML assoziierten Techniken wie XSLT [rfXSLT] etc. und vor allem XML-Schema [rfSCHEMA)

Besonders interessant ist ein Beispiel auf Seite 15 des Dokumentes WD-sciphox-v15.pdf  ( bitte Dokument im Internet googeln) wo der exemplarische Datensatz eines Patienten in einem Ärzteformular gezeigt wird dessen Informationen in diesem System verarbeitet werden sollen. Der Datenschutz wird ab Seite 86 beschrieben.

Alle diese Projekte und Konzepte der Datenverarbeitung im Gesundheitswesen haben eines gemeinsam, sie streben mit internationalen Standards nach grenzüberschreitender Datenverarbeitung und Vernetzung mit einer Vielzahl bereits bestehender Systeme. Die Verschlüsselung, Anonymisierung und Pseudonymisierung ist stets die legitimierte Grundlage die sensiblen Daten verarbeiten zu können.

Die Absicht die Bereitschaft zur Organspende auf der elektronischen Gesundheitskarte zu speichern wird ganz sicher zu Beziehungen führen, die mit dem ATKIN-Projekt zusammenhängen und SCIPHOX ist schon jetzt integraler Bestandteil der telematischen Infrastruktur. Schöne Neue Welt...

Hinweis: Der Artikel bietet erste Hinweise auf neue Sachverhalte, die noch weiter ausgearbeitet werden.

23.03.2015 rdl













































 

 Neue Positionen für den Widerstand gegen die elektronische Gesundheitskarte (eGK) und telematische Infrastruktur (TI) auf Basis technischer Analysen und neuerer Meldungen zur eGK/TI

2002063

Gesamtarchitektur EGK und TI: Telematische Infrastruktur (TI-System), Komponenten und Rechenzentren

Rolf D. Lenkewitz

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